17 Januar 2020, By Annemiek van Til

Spielen und lernen gehen Hand in Hand

Spielen fördert das Lernen, weil es den gesamten Körper stimuliert und eine Erinnerung der Lernerfahrung im Nervensystem hinterlässt. Die körperliche Aktivität beim Spielen fördert das Gedächtnis und lehrt kreatives Denken. „Spielen ist bei Kindern eine Methode, das, was sie zuvor gelernt haben, zu verarbeiten und anzuwenden. Beim Spiel geht es darum, die Fantasie einzusetzen sowie Muster und Kausalitäten zu verstehen. Das Spiel ist eine Arena für kreatives Denken, für das Verlassen von Routinen und das Finden neuer Lösungen”, sagt Lernforscherin und Lehrbeauftragte Pirkko Siklander von der Universität Oulu. Ein gutes Beispiel für kreatives Denken ist die Fähigkeit von Kindern, ihre Umgebung an jedes beliebige Spiel, das sie im Sinn haben, anzupassen. Spielen lehrt Kinder auch die Gesetze der Physik und grundsätzliche Alltagskompetenzen.

Spielen ist eine Art, etwas über die Gesellschaft zu lernen.
„Spielen hilft Kindern dabei, sich emotional zu entwickeln, indem es ihnen beispielsweise beibringt, verschiedene Gefühle zu erkennen und zu beherrschen. Strategisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten entwickeln sich auch, wenn man darüber nachdenken muss, wie man das Spiel voran bringt, indem man über die einzelnen Situationen nachdenkt und beispielsweise entscheidet, ob weitere Spielsachen benötigt werden“, erklärt Siklander. Untersuchungen zeigen, dass Rollenspiele für das Lernen extrem wichtig sind. Spielen gibt Kindern die Gelegenheit, wechselseitige Positionen einzunehmen und dabei die Dinge aus der Perspektive des Anführers und des Mitläufers zu betrachten. „Selbst das Planen des Szenarios und der Rollen ist eine Lernerfahrung, da die Kinder dabei frühere Erfahrungen und ihr Verständnis und ihre Kenntnisse des Themas verwenden müssen. Das Spiel selbst ist eine Gelegenheit, mithilfe anderer neues wissen anzusammeln”, sagt Siklander.

Spielen ist eine aktive Form des lernens.
Die körperlichen Aspekte des Spielens fordern sowohl Körper als auch Geist heraus, und Kinder bekommen so natürliches Feedback über ihr Durchhaltevermögen und ihre Fähigkeiten. Spielen bietet Kindern die Gelegenheit, Neues zu erlernen. „Spielen ist für Kinder eine aktive Form der Unterhaltung. Fernsehen ist beispielsweise nicht dasselbe wie Spielen. Beim Spielen erhalten Kinder Impulse, die sie anregen und durch die sie motiviert bleiben.“ Die Gehirnforschung zeigt, dass Menschen ganzheitlich funktionieren und dass körperliche Aktivität auch den Geist stimuliert. Die Bedeutung der Bewegung kann daher nicht zu hoch eingeschätzt werden und sollte in den Lernprozess integriert werden. „Wir alle wissen, wie ein bisschen Bewegung dazu beitragen kann, plötzlich eine Lösung zu einem Problem finden, mit dem man sich schon seit längerem beschäftigt hat. Das Gehirn braucht Zeit, um neue Informationen zu verarbeiten, daher ist es wichtig, dass der gesamte Körper aktiv bleibt, entweder während des Lernszenarios oder kurz danach”, sagt Siklander.